Alopezie

Zur Alopezie kommen wir gleich. Erst mal etwas über BSE, die bovine spongiforme Enzephalopathie:

"Bovin" kommt von lat. "bovis" (= des Rindes) bzw. von "bovinus" (eigentlich "bubulus", = rindviehisch, zum Rind gehörig), Nom. "bos" (= das Rind). Das griechische "enkephalon" (latinisiert "encephalum") ist das Hirn (wörtlich: das im Kopf Befindliche, das Kopfinnere). Eine "-pathie" meint einen Schmerz, ein Leiden (von grch. "pathos"). Enzephalopathie ist also Hirnleiden. Lat. "spongia" ist der Schwamm, spongiform bedeutet also schwammförmig, schwammig.

Und Alopezie (lat. "alopecia", s. Überschrift) ist krankhafter Haarausfall. Weiter unten wird deutlich, daß absichtlicher radikaler Haarwegschnitt auch krankhaft sein kann und dann sehr viel mit BSE zu tun hat.

Die bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE) ist also das schwammförmige Hirnleiden des Rindes. Nicht zu verwechseln mit der calvinen hamocruziformen Enzephalopathie (CHE); die ist nämlich das hakenkreuzförmige Hirnleiden der Glatzen. Die Symptome sind freilich sehr ähnlich, das befallene Organ ist dasselbe, ebenfalls ist die Abhilfe der Notschlachtung nach gegenwärtigem Wissensstand das einzig sichere Mittel der Abwehr. Aber da ist die Forschung noch bös am Forschen, abwechselnd unterbrochen von Lach- und Weinkrämpfen.

Wenn ich es mir so überlege, ist eigentlich alles, was mit Pathos (s. o.) zu tun hat, eine Enzephalopathie, ein Leiden in der Birne. Und sowieso spongiform, also schwammig. Eigentlich auch immer bovin, rindviehisch, wenn man es recht bedenkt.

Nun brat mir einer einen Storch: BSE = CHE? Nicht ganz:

Ein Problem bereitet der medizinischen Forschung noch die Tatsache, daß man bisher von keinem verblödeten Rind gehört hat, das einem Ausländer, Behinderten oder Obdachlosen die Zähne ausgetreten hätte, gar mit tödlichem Ausgang. Das wurde bisher nur von verblödeten Primaten ruchbar (Menschen, dem Vernehmen nach, aber Zweifel sind angebracht).

Es fällt auch auf, daß die typischen taumelnden, orientierungslosen Bewegungen der erkrankten Rinder bei kahlköpfigen Primaten nur nach Einnahme des arttypischen Frühstücks, z.B. größerer Mengen Hansa-Pils von Aldi, auftreten. Umgekehrt hat man noch kein Rind gesehen, das ständig unter Gebrüll und Gelalle das rechte Vorderbein in die Luft reckt.

Es gibt einen weiteren wesentlichen Unterschied: Soweit wir bis heute wissen, kann BSE durch den Genuß infizierten Rindfleisches auf den Menschen übergreifen, wo es sich dann als die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK nV) zeigt. Ob auch CHE die Artenschranke überschreiten kann, ist nicht geklärt, denn nur Glatzen bejagen Menschen, nicht umgekehrt. Eigentlich schade.

Aber nun endlich zur Alopezie:

Es gibt Köpfe, mit denen es sich trefflich denken läßt. Dann sind da Köpfe, die man wenigstens noch kämmen kann. Und schließlich gibt es am unteren Ende der Schädelskala Köpfe, die sich für nichts dergleichen eignen.


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