24. Dezember

Gabentische, hoch befrachtet,
Kerzenlicht in jedem Raum.
Menschen sitzen weih-umnachtet,
wobei man auf Nadeln achtet,
rund um ihren Tannenbaum.

Im Rundumfunk nichts als Glocken,
im TV derselbe Stuß.
Ich mach mich jetzt auf die Socken,
trotze nassen Nieselflocken,
weil ich dem entrinnen muß.

Welche Kneipe ist jetzt offen?
Ich versuch es mal im "Spind".
Die Adresse läßt wohl hoffen;
mancher ist schon halb besoffen,
weil dort auch nur Heiden sind.

Wie ich in mein Bierglas stiere,
wird's allmählich stille Nacht.
Nach dem fünften, sechsten Biere,
drei Entleerungen der Niere,
wird mir noch ein Schnaps gebracht.

Schließlich dann nach Hause trabend,
denke ich, so ist es gut:
Ein paar Bier getrunken habend,
lob ich mir den Heiligabend,
wenn man ihn nicht merken tut.


rauf zum Anfang dieser Seite